Sein oder nicht sein – geht das?

Mich beschäftigt das Thema des Seins schon lange.

Sein oder nicht sein? Ja, diese Frage zu formulieren ist sehr leicht. Wenn ich diese Frage verneine und sage ‚ich bin nicht‘ – ja, was passiert denn dann in mir oder mit mir? Wo bin ich denn, wenn ich nicht bin? Wieso kann ich nicht sein? Geht das?

Die Antwort auf diese Frage ist so endlos und tief wie das Leben selbst. Es ist eine Frage des Fühlens. Etwas, was der Verstand nicht greifen kann. Aber das Herz kann dies sehr wohl fühlen. So fühlt es sich manchmal so an, als ob ich nicht bin. Alles schief und krumm ist, mein Körper sich eng anfühlt. Der Atem gefriert. Blockiert. Zu. Aber ist das die Verneinung der Frage ‚Sein oder nicht sein?`Ist das dann das ’nicht sein‘ ? Nein. Und Nein und Nein und Nein. Es fühlt sich für mich persönlich mehr danach an, dass das genau der Punkt ist, an dem Wachstum stattfindet.

Das bedeutet, dass das bisherige ‚Sein‘ seine Form hatte, seinen Flow, seine Routinen und Gewohnheiten und eine gewissen Radius, eine Komfortzone. Und jetzt Zeit für etwas Anderes ist. Der Körper hat eine unendliche Intelligenz. Mein Körper gibt mir Signale, die darauf hindeuten, dass eine Zeit zu Ende geht. Etwas Neues kommt. Und das fühlt sich ganz schön groß an. Es ist etwas Anderes dran. Ich bin gerne neugierig und forschend unterwegs und natürlich hätte ich am liebsten die Antworten auf dieses ‚Neue‘ jetzt sofort. Dabei erwische ich mich gerade. Wenn ich still bin und mir Zeit nehme, in mich rein zu horchen, höre ich tief in mir, dass mit jedem Schritt, den ich auf dem Weg meines Herzens gehe, dass der weitere Schritt sich zeigt, wenn der Moment da ist. Veränderung. Mmmhmmm. Hmmmm.

People are water.

Let them be.

Let it breath.

Let it leave. 

Ein paar Zeilen von einem Lied, was ich heute in meiner Yogastunde gespielt habe. ‚Water‘ von Aisha Badru.

Das Lied fängt mit den Zeilen an:

Why are you holding onTo what you know is gone?You know it wasn’t meant to be
Both knees are on the floorYou reach out your hands for moreLike the shoreline trying it’s best to hold on to the sea
People are water, they need to be freeThey need to explore more where they want to beWe cannot be keepers of anyone’s keyWe have to love in a way that sets them free
Das trifft das, was ich fühle.
Das Leben ist wie Wasser, es fließt stetig. Und schließlich besteht der Körper des Menschen aus ca 70% Wasser. Was füpr das bloße Auge nicht erkennbar ist, so ist es mit dem Herzen fühlbar. Und das gilt für viele, wenn nicht sogar alle Dinge – alle grundlegenden Dinge – des Lebens. Ein großes Mysterium. Wie Wasser eben. Fließend, sich verändernd. Auch wenn es manchmal schwierig ist, mit dem Fluss des Lebens im Einklang zu fließen. Einfach weil dieser Fluss Vertrauen verlangt. Verlangt, dass sich Dinge verändern, die gerade bequem sind. Und gleichzeitig ist da diese innere Stimme, die sagt, hör genau hin und schau, was für ein Fluss gerade für dich dran ist.

Veränderung heißt Abschied, heißt Neues, heißt Ungewissheit, heißt Leben. Ich entscheide mich dafür, dass ich mich verändere und dem Unbekannten vertraue. Warum? Weil mein Körper mir sagt, dass eine neue Phase beginnt. Mein Herz bestätigt dies. Da ist eine große Lust auf das Leben in mir. Ein Tatendrang, der mit diesem bezaubernden Frühlingswetter verstärkt wird. Lust auf Neues, Lust auf Entwicklung und (neue) Lebendigkeit. Das Leben ist unendlich. Und endlich. Das beste Gefühl ist, dass ich das tun kann was ich möchte und worauf ich Lust habe. Ich erlaube mir, dass die Situationen, die mir nicht schmecken, stellvertretend für einen Lehrer erscheinen, von dem ich etwas lernen kann. Mit dieser Analogie habe ich bisher viele Situationen geschafft, die herausfordernd waren. Und auch immer wieder sind, wenn sie meinen Weg kreuzen und mich vor eine Entscheidung stellen. Es gibt immer wieder Dinge, die ich nicht verstehe. Und das frustriert. Dinge, die einfach unlogisch sind und weh tun. Und gleichzeitig sehe ich mit dem Herzen, wie das sein kann.

Das, was mich motiviert, weiter zu lieben, zu lachen, zu fühlen, zu weinen und zu erleben ist, dass ich weiß, dass das Leben einfach leben möchte. Erleben. Erfahren. Sein.

Danke an das Leben.

Für alle Geschenke, die ich empfangen durfte.

Für alle Geschenke, die ich geben durfte.

Letztlich sind geben und nehmen eins.

Das, was ich gebe, empfange ich.

Das, was ich nehme, gebe ich.

Diese Energien sind eins.

 

Selfcare ist in der letzten Woche ein Thema gewesen, was mich besonders berührt hat. Ich habe mir besonders viel Zeit für mich gegönnt, um mir etwas Gutes zu tun. Und das hat so gut getan. Tut so gut.

Ich habe mir Masken für meine Haare, Körper und Gesicht gemacht. Habe mein aktuelles Buch zu Ende gelesen. Das Ende eines Buches hat für mich oft etwas Magisches. Wie eine Veränderung, die damit einhergeht. Full circle. Und so war es diesmal auch. Die Weisheit des Buches tröpfelt hier und da in meinen Alltag und ich stelle mir vor, wie die Charaktere in ähnlichen Situationen sind. Auch wenn die Geschichte in einer vollkommen anderen Zeit spielt und in Japan stattfindet. Es gibt diese Parallelen, in denen ich mich den beiden Hauptcharakteren des Buches sehr nah fühle und das Gefühl habe, dass die Geschichte zum richtigen Zeitpunkt in meinem Leben auftaucht. Ich liebe dieses Gefühl. Dieses Gefühl von ‚es ist genau so, wie das Leben es meint‘ – rau, ehrlich, authentisch, mal zuckersüß, mal scharf, mal düster und mal hell.

So. Genau so. Mal hell, mal dunkel, mal schnell, mal langsam. Es ist ein auf und ein ab. Ein kommen und gehen. Ein Sein und ein Sein. In all seinen Formen und Farben. So geht die Sonne mit dem Tag auf und der Mond mit der Nacht.

Namasté,

Nicole

 


Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert